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Erinnerungen an das jüdische Leben

Auch in der deutsch-niederländischen Grenzregion wurde das jüdische Leben im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Sowohl im deutschen Coesfeld als auch im niederländischen Elburg wird auf eindringliche Art und Weise an diese, für das jüdische Leben in der Provinz dunkle Zeit erinnert. In Deventer und Osnabrück widmen sich Museen einer jüdischen Schriftstellerin beziehungsweise einem jüdischen Maler, die beide ihre Spuren hinterlassen haben.

Jüdisches Leben in der Provinz

Die Stadt Coesfeld im Münsterland traute sich, die schwierigste Zeit ihrer Geschichte im Stadtmuseum DAS TOR zu behandeln. Die Ausstellung zeigt nicht nur die Geschichte von Coesfeld während des Nationalsozialismus, sondern auch das jüdische Leben im Münsterland. Wie gingen die Menschen in Coesfeld mit dem neuen Regime um? Halfen sie bei der Erschaffung des Dritten Reiches mit? Wie aktiv waren die Coesfelder an der Judenverfolgung beteiligt? Waren sie Mitläufer oder Täter? Im Sjoel Elburg Museum stehen die Geschichten aus dem täglichen Leben jüdischer Familien, die ab 1700 in Elburg gelebt haben, zentral. Anhand konkreter Personen werden auch Schicksale der Juden während der Nazi-Besatzung geschildert. Manche Geschichten haben ein glückliches Ende, andere jedoch nicht.

Besondere Menschen jüdischer Herkunft

Etty Hillesum, geboren 1914, führte in den ersten Kriegsjahren Tagebuch. Auf ergreifende Weise schrieb sie über ihre persönliche Entwicklung, und auch über den Krieg und die Verfolgung der Juden. Auch einige Briefe sind erhalten geblieben, z. B. aus Westerbork, wo sie 1942 ehrenamtlich tätig war, um den dort internierten Juden zu helfen. Etty Hillesum weigerten sich, unter zu tauchen und wurde schließlich im November 1943 in Auschwitz ermordet. Ihre Schriften, die im Etty Hillesum Centrum in Deventer ausgestellt sind, zeugen noch immer von einer unkonventionellen, scharfsinnigen und toleranten Frau. Auch der Maler Felix Nussbaum kam in Auschwitz an sein Ende. Zum Glück hat die Stadt Osnabrück erkannt, welch ein besonderer Mensch er war, und ihm ein Museum gewidmet: das Felix-Nussbaum-Haus. In dem vom amerikanischen Architekten Daniel Libeskind entworfenen Gebäude ist eine große Gemäldekollektion des Künstlers untergebracht. Die außergewöhnliche Architektur zeigt die tragische Verbindung zwischen Leben und Werk von Nussbaum.